Das Konzept der Krabbelstube „Killekak“ ist ausgerichtet an den Vorgaben des KiBiz, des SGB VIII sowie der Bildungsvereinbarung NRW. Die Rechte der Kinder, ihre individuelle Lebenssituation und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.
1. Rahmenbedingungen
1.1 Allgemein
Die Krabbelstube Killekak ist eine Tagesstätte für Kinder im Alter von 1 – 3 Jahren. Der Träger ist ein Elternverein, dieser ist Mitglied im Dachverband DPWV. In der Einrichtung werden zehn Kinder in einer Gruppe betreut. Die Krabbelgruppe ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.
1.2 Personelle Ausstattung
Das Personal der Einrichtung besteht aus 4 staatlich anerkannten Erzieherinnen (1 x Vollzeit, 3 x Teilzeit), einer Berufspraktikantin (Vollzeit) und einer Hauswirtschafterin (Teilzeit).
1.3 Räume
Die hellen, liebevoll eingerichteten Räume der Krabbelstube Killekak liegen naturnah am Stadtrand, in der Nähe des Kemnader Sees und angrenzend an Wiesen und Wald.
Den Kindern stehen folgende Räumlichkeiten zur Verfügung:
- ein großer Gruppenraum, unterteilt in verschiedene Bereiche / Funktionsecken:
- Bauecke
- Bastel- und Malbereich
- Klettergerüst
- Rollenspielbereich
- Kuschel-Leseecke
- Essbereich
- Schlafraum / Toberaum (Matten der Kinder können weggeräumt und der Raum multifunktional genutzt werden)
- Kinderbad und Wickelraum
- Garderobe
- Gartenfläche mit festen Spielmöglichkeiten und flexibel nutzbaren Materialien, der Möglichkeit zu Matschen, Naturerfahrungen zu machen (Beete, Obststräucher) und zum Selbstumgestalten
- Terrasse, z.B. mit der Möglichkeit den Bewegungsdrang auszuleben (Fahrzeuge Bälle, flexible Materialien), für kreative Betätigung
Dem Team ist bewusst, dass die Gestaltung der Räume eine wichtige Rolle einnimmt. Regelmäßig wird diese kritisch hinterfragt und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Wünsche der Kinder umgestaltet.
Außerdem gehören zur Einrichtung:
- Küche
- Personal-WC
- Personalzimmer/Büro
1.4 Verpflegung
Gemeinsam nehmen Kinder und Erzieher morgens, mittags und nachmittags die Mahlzeiten ein. Die Erzieher werden dabei ihrer Vorbildrolle gerecht und geben notwendige Unterstützung, aber auch Ermutigung selbständig tätig zu werden. In der Krabbelstube wird auf frische, gesunde, abwechslungsreiche und sinnlich anregende Verpflegung in Bio-Qualität Wert gelegt. Unsere Hauswirtschafterin bereitet die Mahlzeiten täglich frisch zu. Somit haben die Kinder die Möglichkeit mit allen Sinnen zu erfahren, wie aus den gelieferten Lebensmitteln ihre Speisen entstehen. Auf Unverträglichkeiten, Besonderheiten und Allergien wird dabei Rücksicht genommen. Die Rückmeldungen der Kinder werden beachtet und bei der Gestaltung des Speiseplans berücksichtigt.
1.5 Tagesablauf
Der Tagesablauf ist durch täglich wiederkehrende Rituale gekennzeichnet, die den Kindern einen festen stets wieder zu erkennenden Rahmen bieten.
Der Tag beginnt mit Freispiel. Wenn gegen 8.45 Uhr alle Kinder in der Krabbelstube eingetroffen sind, treffen sich alle zur Begrüßung im Morgenkreis. Hier können auch die Pläne für den Tag besprochen werden, welche Kinder / Betreuer fehlen und warum. Danach wird gemeinsam gefrühstückt. Nach dem Frühstück erfolgen pflegerische Tätigkeiten (Zähneputzen, Wickeln, Toilettengang).
Im Anschluss werden die unterschiedlichsten von den Erzieherinnen vorbereitete Aktivitäten aus den verschiedenen Bildungsbereichen angeboten (z.B. Bewegungsangebot, sprachliche Förderung).
Im Freispiel können die Kinder in den verschiedenen Bereichen, entsprechend ihrer Neigungen, tätig werden (z.B. Bauecke). Jedes Kind hat täglich ausreichend Zeit und Freiraum für selbstbestimmte Tätigkeiten. Die Aufgabe der Erzieherin ist, die Kinder zu beobachten, Impulse zu geben und vielfältiges Material zur Verfügung zu stellen, auch das Bedürfnis nach Nähe der Kinder wird von ihr beachtet, sie liest Geschichten vor und gibt Trost bei Bedarf. Bei entsprechender Witterung wird dabei auch das Außengelände genutzt, sowie Beobachtungsgänge in die Umgebung (z.B. Wald) gemacht.
Der Singkreis beendet das vormittägliche Spiel. Hier werden Lieder gesungen, Finger- und Kreisspiele durchgeführt, er ist ein fester Bestandteil des Tagesablaufs und für die Kinder die Einstimmung auf den nun folgenden ruhigeren Teil des Tages; das Mittagessen und der Mittagsschlaf. Das Essen um 12.00 Uhr beendet den Vormittag. Der Mittagsschlaf wird den individuellen Schlafbedürfnissen der Kinder angepasst.
Gegen 15.00 Uhr gibt es eine kleine Zwischenmahlzeit. Anschließend haben die Kinder wieder die Möglichkeit des freien Spiels, während parallel die Abholphase beginnt. Der Krabbelstubentag endet um 16.30 Uhr.
Auch die pflegerischen Tätigkeiten, wie z.B. Windeln wechseln, folgen einem ritualisierten Ablauf und finden nach dem Frühstück, nach dem Mittagessen, nach der Mittagsruhe sowie nach Bedarf statt.
Jeden Mittwoch von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr findet eine Mitarbeiterbesprechung statt, in der pädagogische und organisatorische Angelegenheiten besprochen werden. Einmal pro Monat treffen sich die Eltern und das pädagogische Team zum Elternabend.
2. Inklusion
Alle Familien sind gleichermaßen willkommen mit all ihren Unterschieden; wie kulturelle oder soziale Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Sprache oder mit körperlichen und / oder geistigen Beeinträchtigungen.
Die Erzieherinnen und Eltern leben den Kindern einen natürlichen Umgang mit der Verschiedenheit der Menschen vor, sie akzeptieren und wertschätzen Jeden. Kinder erfahren so, dass Unterschiede ganz natürlich sind und akzeptiert werden.
Bei Bedarf spezieller Förderung wird entsprechend ausgebildetes Personal zur Gewährleistung der Inklusion eingestellt.
3. Übergänge gestalten
3.1 Eingewöhnungen
Die Gestaltung der Eingewöhnungsphase beeinflusst entscheidend, ob sich ein Kind gut einlebt. In der Eingewöhnungszeit begleitet ein Elternteil das Kind in die Einrichtung. Dies gibt dem Kind Sicherheit sowie Eltern und Erzieherinnen die Möglichkeit durch intensive Gespräche ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen. Die Aufenthaltsdauer des Kindes in der Krabbelstube Killekak steigert sich allmählich. Wenn das Kind Vertrauen zur Erzieherin gefasst hat, bleibt es erst für einige Zeit, später ganztägig allein in der Einrichtung.
Der Zeitplan für die Eingewöhnung ist individuell und orientiert sich an den Bedürfnissen des Kindes (Eingewöhnungskonzept im Anhang).
3.2 Übergang in die Ü-3 Einrichtungen
Lange bevor die Kinder in eine Ü-3-Einrichtung wechseln, wird dieser Übergang vorbereitet. Eltern suchen und erhalten Beratung über für ihr Kind geeignete Ü-3-Einrichtungen durch das Team und in der Elternschaft.
In Gesprächen mit den Kindern und durch Einsatz von geeigneten Medien (Bilderbücher zum Thema) wird dieser Übergang thematisiert. Stehen die Folgeeinrichtungen fest, bemüht sich das Team, diese im Vorfeld mit den Kindern zu besuchen.
Den Abschluss bildet ein gemeinsam geplanter Tagesausflug mit den betreffenden Kindern mit anschließender Übernachtung in der Krabbelstube Killekak. Das folgende Abschlussfrühstück bereiten Kinder und Erzieher gemeinsam für die Eltern vor.
Die jüngeren Kinder der Gruppe werden bei der Übergangsphase einbezogen, um sie darauf vorzubereiten, dass es einen Wechsel gibt, dass sie sich von einem Teil der Kinder verabschieden müssen und bald neue Kinder Teil der Gruppe sind. Das Team unterstützt die Kinder dabei, ihre neue Rolle als die „Großen“ zu finden und anzunehmen, auch indem die Kinder in die neuen Eingewöhnungen einbezogen werden.
4. Pädagogische Zielsetzung unserer Einrichtung
Unser Hauptanliegen ist es, dass sich die Kinder in der Krabbelstube geborgen fühlen und glücklich sind. Die Krabbelstube Killekak strebt die individuelle und optimale Förderung aller Kinder an. Ausgehend von der Lebenssituation des einzelnen Kindes soll die Krabbelstube Killekak den Kindern zur größtmöglichen Selbständigkeit, Gemeinschaftsfähigkeit und Eigenaktivität verhelfen und seine Lebensfreude anregen und stärken. Die schöpferischen und emotionalen Kräfte der einzelnen Kinder werden gefördert, unter Berücksichtigung der individuellen Neigungen und Begabungen. Das Kind hat die Möglichkeit, seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu entfalten, indem es sein Selbstbildungspotential nutzt. Die Krabbelstube Killekak schafft die dafür notwendigen Rahmenbedingungen, unter denen die Kinder Kenntnisse und Erfahrungen sammeln können.
Die Kinder sollen ihre Umwelt und sich als Teil dieser Umwelt gemeinsam in der Kindergruppe erleben, erkennen und begreifen.
Kinder erkennen ihre Stärken und Grenzen, lernen damit umzugehen und sie zu akzeptieren. Durch die Teilnahme am Gruppenleben werden den Kindern Möglichkeiten eröffnet, voneinander zu lernen und Schwierigkeiten gemeinsam zu bewältigen.
Die Krabbelstube Killekak gibt allen Kindern die Gelegenheit vielfältige Kontakte zu knüpfen und dabei unterschiedliche Verhaltensweisen bei sich und anderen zu erleben und akzeptieren zu lernen.
Die Arbeit in unserer Einrichtung orientiert sich nicht an von außen vorgegebenen Leistungsstandards, sondern richtet sich nach dem individuellen Entwicklungsstand und der Leistungsfähigkeit des einzelnen Kindes.
Das Kinderbildungsgesetz NRW, SGB VII und die Bildungsvereinbarung sind Grundlage der pädagogischen Arbeit. Für jedes Kind wird eine individuelle, ausführliche Bildungsdokumentation (Portfolio) geführt.
Konkrete Zielsetzungen in Stichworten:
- Förderung der Kinder in allen Bildungsbereichen:
- Bewegung (Förderung der Bewegungsfreude durch Bereitstellung vielfältiger Materialien für motorische Erfahrungen und Vorbild der Erzieherin = Bewegungsfreude vorleben)
- Körper, Gesundheit, Ernährung (frische Küche, AK Zahngesundheit, Angebote zur Sinneswahrnehmung…)
- Sprache und Kommunikation (Spracherwerb unterstützen durch alltagsbegleitendes Sprechen, Gespräche mit Kindern, sprachliches Vorbild der Erzieherin, Vorlesen, Beobachtung und Dokumentation mit Hilfe von Basik, Weitergabe von Erkenntnissen an die Eltern und Beratung über evt. notwendige Förderangebote)
- Soziale und (Inter-)kulturelle Bildung (u.a. Emanzipatorische Erziehung, Förderung des Miteinander und der Akzeptanz der Anderen „Alle sind richtig“)
- Musisch-ästhetische Bildung (z.B. Schaffung eines vielfältigen Angebots mit Wahlmöglichkeit, Vermittlung von Freude an musisch-ästhetischer Betätigung)
- Ethik, religiöse Offenheit (Jeder ist willkommen, auf Besonderheiten wird kindgerecht eingegangen)
- Mathematische Bildung (Möglichkeiten schaffen z.B. zum Erfahren / Begreifen von Mengen; „Viel / wenig“)
- Naturwissenschaftlich-technische Bildung (Möglichkeiten zum Experimentieren z.B. durch Aktionstabletts schaffen)
- Ökologische Bildung (Vorbildfunktion der Erzieher und Eltern beim Verhalten in der Natur oder dem Umgang mit Abfällen)
- Medien (prägen zunehmend unseren Alltag, sie werden altersentsprechend eingesetzt unter Berücksichtigung, dass sie nur in Kombination mit anderen Erfahrungsmöglichkeiten ein umfassendes Bild der Dinge fördern)
- Den Kindern wird Gelegenheit gegeben ihre Selbstbildungspotentiale zu nutzen
- Berücksichtigung der Lebenssituation jedes einzelnen Kindes
- Schaffen von vielfältigen Anreizen zum Wahrnehmen und Ausprobieren
- Schaffen einer Atmosphäre des Vertrauens (z.B. durch individuelle Eingewöhnung)
- Förderung der Selbständigkeit (z.B. durch Schaffung von zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten)
- Erziehung zu selbstbewussten Kindern, Aufbau des Selbstwertgefühls (z.B. Erfolgserlebnisse ermöglichen)
- Schaffen einer kreativen, phantasievollen Atmosphäre
- Eigen- und Mitverantwortung (z.B. durch altersgerechte Einbeziehung in die Tagesgestaltung)
- Verkehrserziehung (Regeln gemeinsam mit den Kindern besprechen, Erfahrungen in der Umwelt ermöglichen)
Entfaltung der emotionalen Kräfte (Kinder im Umgang mit ihren Gefühlen unterstützen, Gefühle der Kinder ernstnehmen und zulassen)
5. Pädagogische Planung, Durchführung und Dokumentation
5.1 Beobachtung und Planung
Grundlage jeder pädagogischen Planung ist eine gründliche und regelmäßige Beobachtung des einzelnen Kindes und der Gesamtgruppe, um den situationsorientierten Ansatz gerecht zu werden. Das bedeutet, dass Ziele und Methoden unter Berücksichtigung der aktuellen und individuellen Situation ausgewählt werden. Durch Gespräche mit Eltern macht sich das Team ein umfassendes Bild von der Lebenssituation, dem Entwicklungsstand und den Bedürfnissen jedes Kindes. Damit hat das Team die Möglichkeit, an die Interessen der Kinder anzuknüpfen, auf deren Erfahrungen aufzubauen, individuelle Anregungen und Hilfen anzubieten und Freiräume im Rahmen der Fähigkeiten des jeweiligen Kindes zu schaffen.
Das pädagogische Team berücksichtigt in ausreichendem Maß die Interessen der Kinder, geht von deren individueller Situation aus und reichert die Spielumgebung zur Persönlichkeitsbildung und Selbständigkeitsförderung planvoll an. Dazu arbeitet das Team eng mit den Familien zusammen.
In der Jahresplanung werden Feste und Feiern, wie z.B. Ostern oder Weihnachten, Geburtstage oder Karneval, die wir gemeinsam mit den Kindern vorbereiten und durchführen, berücksichtigt. Zur Vorbereitung gehören unter anderem Lieder, Bilderbücher, Fingerspiele und Bastelangebote. Selbstverständlich greifen die Mitarbeiterinnen situationsbezogene Themen auf, die sich im Krabbelstubenalltag ergeben (Familienzuwachs, Umzug, Wechsel in den Kindergarten, Urlaub).
5.2 Durchführung
Die Fähigkeiten der Kinder sollen durch Erfahrungslernen in realen Sinneszusammenhängen ganzheitlich unterstützt werden.
Um pädagogischen Ziele zu erreichen, wird folgendes genutzt:
- Freispiel – das freie Spiel ist so wichtig, da die Kinder hier frei entscheiden, was, wo, mit wem wie und wie lange sie spielen.
- Angebote – setzen gezielt Anregungen in den Bereichen, wo in der Beobachtung Bedarfe festgestellt wurden.
- Projekte – Projekte realisieren verschiedene Ziele bildungsbereichsübergreifend, also ganzheitlich und ermöglichen umfangreiches Erfahren.
- Ausflüge und Beobachtungsgänge
- Impulse
- Raumgestaltung und materielle Ausstattung
- Rituale – diese sind für U-3-Kinder sehr wichtig und geben Sicherheit im Alltag, ermöglichen das Wohlbefinden und damit die Bereitschaft, Selbstlernpotentiale zu nutzen und sich auf Angebote einzulassen.
5.3 Dokumentation
Die individuelle Entwicklung und die Fortschritte in den verschiedenen Bildungsbereichen werden in den Portfolios für jedes Kind in Wort und Bild dokumentiert. Dort finden sich auch die Beobachtungen des jeweiligen Kindes, Entwicklungs- und Elterngesprächsprotokolle, sowie die Sprachentwicklungsbögen (Basik).
Die Eltern werden ermuntert, am Portfolio mitzuarbeiten, indem sie z.B. besondere Erfahrungen / Erlebnisse außerhalb der Einrichtung dokumentieren. Bereits vor dem ersten Killekak-Tag bitten wir die Eltern, uns ihr Kind mit Hilfe von selbstgestalteten Portfolio-Seiten vorzustellen.
Die Portfolios werden aus Datenschutzgründen verschlossen aufbewahrt. Auf Anfrage haben die Eltern aber die Möglichkeit das Portfolio ihres Kindes einzusehen.
Am Ende der Killekak-Zeit wird den Eltern die Entwicklungsdokumentation / Portfolio übergeben, sie entscheiden, ob es im Kindergarten vorgelegt und eventuell weitergeführt wird.
6. Zusammenarbeit mit Institutionen
Das Personal der Einrichtung arbeitet mit anderen Institutionen zusammen, um die Entwicklung der Kinder durch regelmäßigen Austausch positiv zu unterstützen.
Kooperationspartner sind:
- Kindertagesstätten im Sozialraum
- Fachschulen für Sozialpädagogik
- Jugendamt
- Gesundheitsamt und Arbeitskreis Zahngesundheit
- Frühförderstelle bei Bedarf
- Kita-Sozialarbeit / Sozialraumkonferenzen
Ein regelmäßiger Austausch erfolgt auch in den Leitungsarbeitskreisen unseres Dachverbandes DPWV.
7. Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Krabbelstube Killekak wirkt familienergänzend. Das Personal und die Eltern bilden ein Team, in dem man sich austauscht, unterstützt und berät. Eine effektive Arbeit wird dadurch gewährleistet, dass die Eltern der Kinder als Partner in der Erziehung und Betreuung in der Krabbelstube angesehen und entsprechend einbezogen werden. Deshalb muss bei der Aufnahme von Kindern und der Einstellung von Personal dieses Konzept als allgemein verbindliche Basis akzeptiert werden. Die gemeinsame Weiterentwicklung des Konzepts und die Diskussion der Inhalte und ihre Anpassung an sich verändernde Lebenswirklichkeiten der Kinder ist regelmäßig erforderlich.
Es sollte eine offene Atmosphäre zwischen Eltern und Personal herrschen, in der es möglich ist, sich mit Wertschätzung und Hilfsbereitschaft zu begegnen. Um ein vertrauensvolles Klima zu schaffen, gestaltet das pädagogische Personal den Alltag der Krabbelstube Killekak für alle Beteiligten transparent. Es führt Tagebuch über die Aktivitäten sowie Ess- und Schlafverhalten der Kinder. Rückmeldung über das Befinden des eigenen Kindes während der Krabbelstubenzeit werden an die Eltern weitergegeben. Eltern können bei Interesse nach Absprache jederzeit am Tagesablauf teilnehmen. Gelegenheiten zum Gespräch bieten sich nicht nur im Alltag, sondern auch bei gemeinsamen Festen, Gemeinschaftsaktionen und Ausflügen, wie dem jährlichen Wochenendseminar. Die Bildungsdokumentation ihres Kindes ist für die Eltern jederzeit einsehbar. Informationsaustausch findet auch auf den regelmäßigen Elternabenden statt. Weitere Informationen finden die Eltern auf der Homepage (www.killekak.de) sowie in der Informationsecke im Eingangsbereich.
Regelmäßig werden Entwicklungsgespräche geführt und individuelle Gesprächswünsche werden angenommen und kurzfristig realisiert.
Erzieherinnen sollen
- möglichst viele Informationen über die eigenen Kinder an die Eltern weitergeben;
- die Eltern über Ziele, Inhalte, Aktivitäten der Gruppe informieren;
- Elternabende zur konstruktiven Auseinandersetzung nutzen;
- bei Unsicherheiten, Problemsituationen die Eltern als Ansprechpartner suchen;
- die Möglichkeiten zur Fortbildung nutzen.
Eltern sollen
- möglichst viele Informationen über die Kinder an die Erzieherinnen weitergeben;
- die Erzieherinnen über Zielvorstellungen und Aktivitäten in der häuslichen Erziehung informieren;
- Elternabende zur konstruktiven Auseinandersetzung nutzen;
- bei Unsicherheiten, Problemsituationen die Erzieherinnen als Ansprechpartner suchen.
8. Partizipation und Beschwerde
Die Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Krabbelstube Killekak soll die Kinder zu gleichberechtigter Teilhabe befähigen und sie bei der Entwicklung eines demokratischen Grundverständnisses unterstützen. Die Entscheidungsfähigkeit, das Verantwortungsbewusstsein, die Fähigkeit zur Kommunikation und die Problemlösekompetenz der Kinder sollen gestärkt werden.
Altersentsprechend werden die Kinder in Entscheidungen, die den Killekak-Alltag betreffen, mit einbezogen. Regelmäßig wird im Team reflektiert, ob die Kinder in allen sie betreffenden Bereichen ausreichend mit einbezogen werden.
Die Erzieher betrachten die Kinder als kompetente Gesprächspartner, führen die Gespräche auf Augenhöhe mit den Kindern und unterstützen sie dabei, ihr Anliegen vorzubringen.
Sie erklären den Kindern altersentsprechend die getroffenen Entscheidungen, d.h. sie machen eine Mehrheitsentscheidung anschaulich deutlich.
Die Erzieher schaffen den Rahmen dafür, dass Kinder ihre Wünsche deutlich machen können, d.h. auch, dass bei noch nicht sprechenden Kindern auf nonverbale Signale geachtet wird, die deren Wünsche zeigen.
In der Krabbelstube Killekak wird eine Gesprächskultur gelebt, in der jeder angehört wird und seinen Standpunkt deutlich machen kann.
Das Team steht den Wünschen der Kinder grundsätzlich offen gegenüber und hinterfragt sich selbstkritisch, warum eventuell Vorschläge der Kinder abgelehnt werden, nur bei gewichtigen Gründen (z.B. Unfall- und Gesundheitsschutz) ist dies akzeptabel. Hier sollte gemeinsam nach einem für alle akzeptablen Kompromiss gesucht werden.
Beispiele für Partizipation in der Krabbelstube:
- Auswahl von Speisen
- Eingewöhnungszeit; die Signale des Kindes werden ernst genommen, nur wenn sich das Kind wohlfühlt, wird der nächste Schritt der Eingewöhnung vorgenommen
- Kind entscheidet, wer in der Mittagsruhe bei ihm ist oder wer seine Windel wechselt
- Mitbestimmung bei der Auswahl von Spielangeboten
- Lieder und Singspiele im Singkreis und Morgenkreis wählen
- Vorlesegeschichten aussuchen
- Aktivitäten draußen (Terrasse, Garten, Waldausflug…) gemeinsam auswählen
- Gemeinsame Lösungssuche bei Konflikten
- Gemeinsam Regeln besprechen und festlegen (mit Kindern und Eltern)
- Kindern genügend Zeit für ihre Entscheidungen und für Gespräche geben
- Kindern die Möglichkeit geben, selbst tätig zu werden (Bestreichen von Broten, selbst z.B. die gewünschte Brotscheibe aus dem Korb nehmen, Getränk eingießen)
Stellvertretend für ihre Kinder nehmen auch Eltern ein Mitbestimmungsrecht wahr. Dazu können Tür- und Angelgespräche, Elternabende oder auch Vieraugengespräche genutzt werden.
Beschwerden von Kindern, Eltern und Teammitgliedern werden ernst genommen, systematisch erfasst und sorgfältig, zeitnah und strukturiert bearbeitet. Es wird im Team und auf Elternabenden an der Problemlösung gearbeitet. Mit den Eltern wird ein angemessener Zeitrahmen zur Lösung vereinbart (siehe Beschwerdemanagement-Konzept).
9. Kinderschutz
Grundlage der Arbeit ist das Kinderschutzgesetz SGB VIII und das Bochumer Kinderschutzmodell.
Ziel des Kinderschutzes ist es, vorbeugend zu arbeiten. Durch das Gestalten eines vertrauensvollen Verhältnisses zu Eltern und Kindern sollen Probleme zum frühestmöglichen Zeitpunkt erkannt werden, um so rechtzeitig Hilfe anbieten zu können. Wir wollen erreichen, dass Vorkommnisse in der Einrichtung vermieden und außerhalb nicht übersehen werden.
Wichtig ist auch, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wo Kindesmisshandlung anfängt; dass heißt, es geht nicht nur um körperliche Misshandlung, bereits Anschreien, lächerlich machen und Ähnliches führt zu seelischen Verletzungen.
Deshalb werden nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Eltern der Kinder in den Kinderschutz mit einbezogen. Bereits bei den Informationsabenden wird über den Kinderschutz und dessen Bedeutung in der Krabbelstube Killekak gesprochen (Ehrenerklärung und polizeiliches Führungszeugnis bei ehrenamtlicher Mitarbeit werden von künftigen Killekak-Eltern erwartet). Weitere Methoden sind Elterngespräche in jeder Form, und Weiterbildungen für das Team. Vertrauliche Informationen über Beobachtung von fraglichem Verhalten sollen von den Teammitgliedern an die Leitung weitergegeben werden, sollte sich der Verdacht auf die Leitung beziehen, ist der Vorstand oder die 2. Leitung Ansprechpartner.
Im Ordner „Kinderschutz“ ist das Verfahren zum „Verdachtsfall der Kindesmisshandlung“ ausführlich beschrieben. Das Team findet darin Hilfen zur Einschätzung, ob eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegt und einen detaillierten Handlungsplan.
Ansprechpartner, die im Thema Kinderschutz zur Verfügung stehen (insofern erfahrene Fachkraft, Sozialer Dienst für den Stadtbezirk Bochum-Süd, Familienhebamme, etc.) sind dort ebenso aufgelistet. Der Ordner steht Mitarbeitern und Eltern zur Verfügung, jährlich wird im Rahmen eines Elternabends der Ordner und sein Inhalt den Familien und auch den Mitarbeitern in Erinnerung gerufen.
Eltern finden in der Krabbelstube Killekak immer einen vertrauensvollen Ansprechpartner, sollten sie in Belastungssituationen Hilfe benötigen, können wir sie bei der Suche danach unterstützen.
Regelmäßig wird die Einhaltung unserer Ziele überprüft (durch kollegiale Beratung, Dialogen mit Kindern, Eltern, Mitarbeitern und Beobachtungen) z.B. in Teamsitzungen.
Orientierung bietet dabei auch die Arbeitshilfe Kinder- und Jugendschutz in Einrichtungen vom DPWV. Ein darin beschriebenes Ampelsystem wird auf die Krabbelstube Killekak angepasst und kontinuierlich evaluiert.
10. Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung wird stetig kontrolliert, ob gesetzliche Grundlagen und unser Konzept beachtet werden.
Ein QM-System wird eingeführt und kontinuierlich bearbeitet (PQ-Sys Kiq).
Elternabende und Teamsitzungen werden zur kritischen Reflexion der eigenen Arbeit genutzt.
Insbesondere an den 4 pädagogischen Teamtagen im Jahr setzt sich das Personal mit der Anpassung des Konzeptes und damit der pädagogischen Arbeit an aktuelle Erfordernisse auseinander.
Das Team erhält und nutzt das Angebot von regelmäßigen Fortbildungen abgestimmt auf die Erfordernisse unserer Einrichtung.